Tirroglossale Ganglionzyste
Die tirroglossale Ganglionzyste ist eine flüssigkeitsgefüllte Schwellung im Hals, die entsteht, wenn der Weg, den die Schilddrüse während der Schwangerschaft nimmt, nicht vollständig verschlossen wird. Normalerweise sollte dieser Weg, bekannt als der tirroglossale Kanal, während der Embryonalentwicklung verschwinden, doch manchmal schließt sich dieser Ductus nicht ganz und es kann eine Zyste entstehen. In der Regel wird diese Zyste bei der Geburt nicht bemerkt, sondern oft erst später erkannt.
Diese Zyste befindet sich meist in der Mitte des Halses, insbesondere in der Nähe des Zungenbein im Rachen. Sie ist bei der Geburt oft unbemerkt, kann jedoch in der Kindheit oder Jugend, insbesondere nach einer Infektion, plötzlich sichtbar werden. Obwohl sie für Familien besorgniserregend sein kann, ist sie in der Regel harmlos. Meistens ist sie schmerzlos, kann aber beim Wachsen Unannehmlichkeiten verursachen. Wenn sie infiziert ist, kann sie zu Rötung, Empfindlichkeit und manchmal zu Schluckbeschwerden führen. Ein bemerkenswertes Merkmal ist, dass die Zyste beim Schlucken oder Bewegen der Zunge mit nach oben und unten bewegt.
Diagnose und Behandlung
Zur Diagnose einer tirroglossalen Ganglionzyste ist oft eine Ultraschalluntersuchung ausreichend. Der Ultraschall ermöglicht es dem Arzt, die innere Struktur der Zyste zu untersuchen und eine Diagnose zu stellen. In einigen Fällen können zusätzliche bildgebende Verfahren (wie MRT oder CT) angefordert werden, um die Lage der Schilddrüse zu bewerten oder andere Krankheiten auszuschließen.
Für die Behandlung ist in der Regel eine Operation erforderlich. Bei dieser Methode, die als „Sistrunk-Operation“ bekannt ist, wird nicht nur die Zyste entfernt, sondern auch die Überreste des Kanals, in dem die Zyste entstanden ist. Zudem wird der mittlere Teil des Zungenbeins entfernt, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose durch einen kleinen Schnitt in der Mittellinie des Halses. Der Eingriff ist in der Regel kurz und ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, allerdings können in seltenen Fällen nach der Operation Speichelausflüsse im Hals auftreten.
Wenn eine bewegliche Schwellung in der Mitte des Halses bemerkt wird, ist es wichtig, schnell einen Arzt aufzusuchen. Frühe Diagnose und korrekte Behandlung können dazu beitragen, zukünftige Probleme zu vermeiden und ein gesünderes Leben zu führen.