Speicheldrüsensteine

Speicheldrüsen sind lebenswichtige Organe für die Mundgesundheit und den ersten Schritt der Verdauung. Gelegentlich können jedoch Steine in diesen Drüsen unerwartete Probleme verursachen.

Was sind Speicheldrüsensteine?

Speicheldrüsensteine, medizinisch als „Sialolith“ bezeichnet, sind feste Massen, die durch die Ansammlung von Mineralien in den Speicheldrüsengängen entstehen. Diese Steine, die in der Regel Kalzium enthalten, können den Speichelfluss blockieren und zu Schwellungen und Entzündungen in den Drüsen führen. In einigen Fällen bestehen die Steine nicht nur aus Kalzium, sondern können auch Magnesium, Phosphat und andere Mineralbestandteile enthalten. Die chemische Zusammensetzung des Steins kann je nach Ernährungsgewohnheiten und Speichelzusammensetzung der Person variieren.

In welchen Speicheldrüsen treten sie auf?

Speicheldrüsensteine treten am häufigsten in den großen Speicheldrüsen auf. Die folgenden Drüsen sind besonders anfällig:

  • Submandibuläre Drüse (Unterkieferdrüse): Dies ist der häufigste Bereich, in dem Steine auftreten. Die Speicheldrüsengänge sind aufgrund der Schwerkraft lang und eng, was die Bildung von Steinen begünstigt.
  • Parotisdrüse (Ohrspeicheldrüse): Obwohl weniger häufig, können auch hier Steine gebildet werden.
  • Sublinguale Drüse (Unterzungendrüse): Speicheldrüsensteine sind hier sehr selten.

Warum entstehen Speicheldrüsensteine?

Die genaue Ursache von Speicheldrüsensteinen ist nicht vollständig bekannt, aber einige Risikofaktoren können die Bildung von Steinen begünstigen:

  • Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme: Eine unzureichende Wasseraufnahme kann die Speicheldichte erhöhen und zur Ansammlung von Mineralien führen.
  • Bestimmte systemische Krankheiten: Gicht, Sjögren-Syndrom oder Störungen des Kalziumstoffwechsels können die Steinbildung begünstigen.
  • Verminderter Speichelfluss: Langfristige Mundtrockenheit, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder Strahlentherapie können den Speichelfluss verringern.
  • Ernährungsgewohnheiten: Ein übermäßiger Verzehr von Milchprodukten kann die Menge an Kalzium und Phosphat im Speichel erhöhen und zur Steinbildung beitragen.

Klinische Befunde und Symptome

Speicheldrüsensteine können manchmal asymptomatisch sein, zeigen aber auch häufig deutliche Symptome. Die häufigsten klinischen Befunde sind:

  • Schwellung der Speicheldrüse: Bei Nahrungsaufnahme oder erhöhtem Speichelfluss kann eine deutliche Schwellung in der Drüse auftreten.
  • Schmerzen und Empfindlichkeit: Wenn ein Stein den Speichelfluss blockiert, kann ein Druckanstieg in der Speicheldrüse Schmerzen verursachen, die besonders während der Nahrungsaufnahme zunehmen können.
  • Entzündung und Infektion: Eine blockierte Speicheldrüse kann im Laufe der Zeit infiziert werden, was zu Rötung, Fieber und eitrigem Ausfluss führen kann.
  • Festes Stück im Mund: Manchmal kann der Stein im Speicheldusgang oder am Mundboden fühlbar sein.

Traditionelle Behandlungsmethoden

Die Behandlung von Speicheldrüsensteinen hat im Laufe der Zeit verschiedene Ansätze hervorgebracht. Zu den traditionellen Behandlungsmethoden gehören:

  • Hohe Flüssigkeitsaufnahme und Massage: Dies kann dazu beitragen, dass kleine Steine von selbst herauskommen. Lebensmittel wie Zitrone, die die Speichelproduktion anregen, können die Bewegung des Steins unterstützen.
  • Minimal-invasive Chirurgie: Durch kleine Eingriffe in der Nähe des Mundes können Steine entfernt werden. Diese Methode beschleunigt den Heilungsprozess und erhöht den Komfort für den Patienten.
  • Komplette Entfernung der Speicheldrüse: In seltenen Fällen, wenn die Steine wiederholt auftreten oder schwere Entzündungen vorliegen, kann die betroffene Speicheldrüse vollständig entfernt werden. Dieser Eingriff wird in der Regel als letzte Option durchgeführt.

Sialendoskopie

Zusätzlich zu den traditionellen Behandlungsmethoden kann die moderne Sialendoskopie verwendet werden, um Speicheldrüsensteine minimal invasiv zu entfernen. Bei diesem Verfahren wird eine feine Kamera eingesetzt, um in die Speicheldrüsengänge einzudringen, den Standort des Steins zu bestimmen und ihn zu entfernen. Vorteile:

  • Es handelt sich um einen schnittfreien Eingriff und erfordert keinen chirurgischen Eingriff.
  • Es ist keine Krankenhausaufenthalt erforderlich.
  • Die Patienten heilen schnell.
  • Es schützt die Speicheldrüse.

Fazit

Obwohl Speicheldrüsensteine wie ein kleines Problem erscheinen mögen, können sie sehr unangenehm werden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Daher ist es wichtig, bei Auftreten von Symptomen einen Fachmann zu konsultieren. Mit einfachen Maßnahmen kann das Risiko für dieses Problem reduziert werden!

Prof. Dr. Gediz Murat Serin

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