Silent-Sinus-Syndrom
Das Silent-Sinus-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, die zunächst keine nennenswerten Beschwerden verursacht, im Laufe der Zeit jedoch zu strukturellen Veränderungen der Gesichtsknochen und der Augenpartie führen kann. Dieser Zustand wird in der medizinischen Literatur auch mit anderen Begriffen bezeichnet: „Stiller Sinuskollaps“ , „Asymptomatisches Sinuskollaps-Syndrom“ oder „Unterdruck-Kieferhöhlensyndrom“ . Alle diese Bezeichnungen beziehen sich auf dasselbe Grundproblem, nämlich den Kollaps der Kieferhöhle (des Luftraums im Oberkieferknochen) im Laufe der Zeit und die damit verbundenen Auswirkungen auf das umliegende Gewebe.
Warum ist dieses Syndrom „still“?
Die Krankheit verläuft, wie der Name schon sagt, lange Zeit unbemerkt. Die meisten Symptome, die bei klassischen Nasennebenhöhlenentzündungen auftreten, wie etwa Infektionen, Schmerzen oder eine verstopfte Nase, treten bei diesem Syndrom nicht auf. Der Unterdruck, der entsteht, weil die Luft in der Nebenhöhle nicht auf natürliche Weise ausgestoßen wird, führt dazu, dass die Nebenhöhlen nach innen kollabieren. Dieser Zustand ist normalerweise einseitig und führt zu einer Veränderung der anatomischen Grenzen zwischen der Nebenhöhle und dem Augapfel.
Was sind die Symptome?
- Einfallen des Auges nach innen ( Enophthalmus )
- Herabhängende oder hängende Augenlider ( Hypoglobus )
- Ein Gefühl von Augenrollen, Doppeltsehen
- Auffällige Veränderung der Gesichtssymmetrie
- Selten eine laufende Nase oder Kopfschmerzen
Die meisten Patienten erfahren von dieser Erkrankung, wenn sie mit ästhetischen oder sehbezogenen Beschwerden einen Arzt aufsuchen. Aus diesem Grund wird es „still“ genannt; weil der krankhafte Prozess in der Nasennebenhöhle unbemerkt fortschreitet.
Diagnose und Bildgebung
Die Diagnose wird üblicherweise mit einer CT-Untersuchung (Computertomographie) der Nasennebenhöhlen gestellt. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass die Kieferhöhle geschrumpft und nach innen kollabiert ist und der Inhalt der Höhle undurchsichtig erscheint. Ein weiterer häufiger Befund ist, dass der Boden der Augenhöhle nach unten absackt.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Hauptstütze der Behandlung ist die endoskopische Nasennebenhöhlenoperation . Das Ziel besteht darin, den Unterdruck in der Nasennebenhöhle durch die Wiederherstellung des natürlichen Abflussweges zu beseitigen. Bei manchen Patienten können zusätzliche chirurgische Eingriffe wie eine Orbitabodenrekonstruktion in Betracht gezogen werden, wenn auch die Strukturen rund um das Auge betroffen sind.
Abschluss
Das Silent-Sinus-Syndrom ist zwar eine seltene Erkrankung, kann aber schwerwiegende Folgen haben, die die Gesichtsästhetik und die Sehfunktionen beeinträchtigen können. Durch das zunehmende Bewusstsein für dieses Syndrom, das diagnostiziert und behandelt werden kann, können Patienten früher medizinische Dienste in Anspruch nehmen.